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Aktualisiert: 10. Apr.

Es gibt nichts Weltbewegendes zu berichten, es ist einfach höchste Zeit, wieder einmal etwas von uns auf unserem Blog hören zu lassen. Da es gerade zu aufwendig ist, die vergangenen Monate zusammenzufassen, schreibe ich, was im letzten Monat bei uns so gelaufen ist.



Das Wetter anfangs März war trocken und sonnig; perfekt, um unsere Wiesen und Weiden für einen hoffentlich ertragsreichen Frühling, Sommer und Herbst vorzubereiten. Dies bedeutet konkret: Der Mist musste rausgebracht und danach unser Land geeggt werden. Das Eggen dient dazu, die Erde der Maushaufen, von welchen es viele gab, und den gestreuten Mist zu verteilen.


Das Wetter war auch perfekt um den Zebus und Ziegen Zeit auf der Weide zu ermöglichen. Auch wenn es kaum etwas zu Fressen gibt, wir haben sie wie den ganzen Winter morgens und abends gefüttert, so geniessen sie die Bewegung, die Sonne und die Ablenkung.


Anfangs März waren noch Feriengäste da, welche mithelfen wollten. Sie haben schlussendlich unsere acht Kaschmirziegen das erste Mal gekämmt. Unterdessen wäre eine weitere "Kämmrunde" nötig, wir haben es noch nicht geschafft. Sobald es etwas wärmer wird draußen, fangen die Kaschmirziegen an, ihre schöne Unterwolle "abzuwerfen". Dieses Mal wird es die ersten Kaschmirgizi geben. Wir freuen uns und sind gespannt, was dies so mit sich bringen wird. Hoffentlich geht alles gut und bekommen nicht alle acht Ziegen gleich zwei Junge. 16 Gizi wären gerade etwas viel :)


Auch die Zebuherde verändert sich stetig: Mitte März hat unsere Tschubi knapp zwei Wochen zu früh ihr Kälbchen bekommen. Alles ging gut und das Kalb ist fit und munter. Am Sonntag vor einer Woche wurde Chulas erstes Kalb ein paar Tage zu spät geboren. Die Geburt ging schnell und ohne Probleme. Doch direkt nach der Geburt haben wir gesehen, dass das Kalb eine Fehlbildung hat; der Unterkiefer ist ein ganzes Stück kürzer als der Oberkiefer. Wir sahen schwarz für dieses Kalb und haben die Tierärztin angerufen, welche übers Wochenende unseren Tierarzt vertrat. Sie hatte viel zu tun und meinte, man müsse abwarten, ob es wird trinken können oder nicht. Nun ist Silvan seit mehr als einer Woche das Kalb am Schöppelen. Anfangs regelmäßig von morgens bis abends spät. Es kann am Euter trinken, irgendwie... in den letzten Tagen trinkt es immer weniger von der Flasche und wir hoffen, dies ist ein gutes Zeichen! Das Zeichen, dass es so viel bei seiner Mutter trinken kann, dass es die Flasche nicht mehr braucht. Wenn dies so ist, wäre dies ein erster wichtiger Schritt. Ein weiterer noch ungewisser Schritt wäre dann, ob das Kalb mit seiner Fehlbildung wird Gras fressen können.

So sehr wir das Bauernhofleben genießen, solche Situationen sind neben dem restlichen Alltag manchmal fast etwas zu viel... Es geht an die Substanz. Man will kein leidendes Tier, man will jedoch auch keinem Tier die Möglichkeit zu leben verwehren. So heißt es abwarten, beobachten und hoffen, dass alles gut kommt.

Am Montag vor einer Woche haben wir unsere Stiere "Bruno" und "Jean" in die Metz gebracht. Wir sind immer routinierter und somit auch ruhiger, um die Tiere am Vorabend von der Herde zu separieren und auch diese am Morgen früh zu verladen. Doch das Schlachten bleibt schwer. Wir sind dabei, bis zum Schluss, weil es für uns keine andere Option gibt und wir es aus unserer Sicht unseren Tieren schuldig sind.


Im Jura beginnt dieses Jahr bis 2031 das Projekt "ClimAgriculture", für welches wir uns beworben haben. In diesem Projekt kann man verschiedene Maßnahmen "testen", die im Umgang mit dem Klimawandel angemessen und zielführend sein könnten. Ich war an einem Infomorgen dazu; was dabei besonders hängen geblieben ist, ist der Fakt, dass es bis ca. 2070 im Jura durchschnittlich bis zu 4 Grad wärmer sein wird. Wie kann es noch immer so viele Menschen geben, die dies unbedenklich finden? Es wird davon ausgegangen, dass es längere Trockenperioden gibt, heftigere Niederschläge, mehr Frost im Frühling: Landwirtschaft wird nicht weniger herausfordernd und es ist Zeit, sich dafür zu wappnen. Mögliche Maßnahmen für uns können sein, Futterkulturen zu testen, welche hitze- und trockenheitsresistent sind. Ich hoffe, dass wir angenommen werden. Es würde für uns bedeuten, auf unserem Weg angemessene Maßnahmen zu finden, finanziell unterstützt zu werden und mehr mit anderen im Austausch zu sein. Dieses Projekt entspricht unserem Verständnis von Landwirtschaft, welches ist: die Dinge nicht stur so zu machen wie vor 100 Jahren, sondern die Landwirtschaft den aktuellen Gegebenheiten und Ressourcen anzupassen.


Rochus' Vertretung hat uns diesen Monat erlaubt, zwei Wochenenden frei zu machen. Das tut immer wieder gut. Diesen Winter hat Rochus jedes dritte Wochenende den Stall gemacht - das hat sich bewährt. Die Stallzeit ist körperlich anstrengend - die vielen Kilos Futter und Mist, welche wir täglich rum "gabeln" und schieben, gehen an die Substanz. Unsere Arm- und Schulterpartien sind besser trainiert, als dies im Fitnessstudio möglich wäre ;)


Nach mehr als 10 Jahren wird der Bauwagen, welchen ich damals als "Handwerkprojekt" neben meinem Bürojob angefangen habe umzubauen, endlich fertig ausgebaut! Ab Herbst 2026 gibt es bei uns eine neue Übernachtungsmöglichkeit: ein richtig toller Bauwagen! Wie es uns schon ein paar Mal ergangen ist, ging es auch dieses Mal: letzten Sommer war eine Camperin hier, ich habe mich mit ihr über den unfertigen Bauwagen unterhalten und sie meinte, sie würde diesen evtl. gerne zu Ende bauen. Sie hat viel handwerkliche Fähigkeiten und wird diesen Bauwagen selbständig und sehr professionell ausbauen. Und bezahlbar ist es auch. Wir freuen uns!


Doch der Bauwagen ist nicht die einzige Erweiterung unseres Hofes; wir haben uns entschieden, einen Aufzuchtstall für 450 "Bibeli" zu kaufen. Warum? Erstens, weil wir diesen relativ günstig von einer erfahrenen Person kaufen können, weil es zu wenig Bio-Pouletproduzenten gibt und weil wir selber gerne eigenes Poulet hätten :) Zudem übernehmen wir ab Mitte Mai den Hauswartsjob im Lagerhaus vom Blauen Kreuz bei uns in der Nähe. Dieser Job ermöglicht uns ein kleines Nebeneinkommen.


Neben dem Hofalltag beschäftigen wir uns immer wieder mit dem Thema "Umbau/Renovation" auf unserem Hof. Es gibt diverse Projekte, die wir in den nächsten Jahren in Angriff nehmen wollen und teilweise müssen. Einerseits müssen wir den Stall etwas umbauen, damit wir einfacher darin arbeiten können (zumindest bei der Arbeit überall gerade stehen können) und die Arbeitsabläufe einfacher und effizienter werden.

Ein weiteres großes Thema ist eine Heizung. Bis jetzt heizen wir unser Haus mit mehreren kleineren Holzöfen. Nur in der Ferienwohnung gibt es eine Zentralheizung, welche mit einem Holzofen betrieben wird. Das Heizen ist einerseits aufwändig; Holz muss gesägt, gespalten, getrocknet werden. Später immer wieder kistenweise ins Haus getragen werden. In der Nacht kühlt das Haus im Winter stark ab. Gewisse Bereiche wie z.B. unser Bad sind im Winter immer ca. 13 Grad kalt, weil es an zwei kalte unbeheizte Räume angrenzt. Einen Elektroofen brauchen wir, um beim Duschen nicht zu sehr zu frieren. Wir haben Offerten machen lassen für eine Wärmepumpe und eine Solaranlage, für welche unser Dach optimal wäre. Doch nun müssen wir zuerst unsere Einnahmen etwas optimieren, um dann weiter planen zu können.


Dieses Jahr steht erst mal der Bau der neuen Jauchegrube an. Da ist soweit alles geklärt, außer dass sich der Kanton und eine Stiftung, bei welcher ich ein Darlehen für den Hof habe, einig werden müssen, welcher Schuldbrief auf welchen Rang kommt. Jedes Mal, wenn ich denke: Nun kann es losgehen. Ich kann die Baufirma anrufen und wir können den Bau planen, taucht wieder etwas Neues auf, was geklärt werden muss. Langwierig ist diese Sache!


Mein Ziel ist es in ein paar Wochen wieder zu berichten... mal sehen ob ich diesen Vorsatz dieses Mal umsetzen kann oder ob wieder zu viele andere Sachen Priorität haben... Ich gebe mein Bestes ;)


 

Das sind Leo und Twint - unsere zwei lieben Munis, welche vor drei Wochen in die Metzg mussten. Die Momente sind immer schwierig. So lange hat man sich um die Tiere gekümmert. Leo ist mit seiner Mutter Belana Im Frühling vor einem Jahr zu uns gekommen bzw. wir haben sie im Wallis geholt. Inklusive Fahrt auf dem Zug beim Autoverlad in Kandersteg - das war bestimmt nicht nur ein Stress für die zwei Tiere im Anhänger. Leo war ein ganz lieber und ruhiger Muni. Man konnte problemlos ganz nah um ihn herum im Stall arbeiten, aber sobald man ihn auch nur mit einem Finger berührte, war er weg. Das mochte er gar nicht.


Twint ist aus Villigen vom Nassberg zu uns gekommen. Er war schon fast ein Jahr alt aber kaum grösser als ein halbjähriges Kälbchen. Ihn hatten die Flechten, ein Hautpilz, stark erwischt. Fast sein ganzer Kopf und auch sonst am Körper war er stark verkrustet. Wir haben trotzdem entschieden ihn noch zu behalten. Und es hat sich gelohnt. Er hat sich gut erholt und war ein paar Monate später ein sehr schönes gesundes Tier - und anhänglich, manchmal schon fast zu anhänglich. Wenn man im Winter beim Stall machen begonnen hat ihn zu streicheln, wurde man des Öfteren verfolgt.

Und so war es wie gesagt schwierig die beiden in die Metzg zu fahren. Aber auch schön, dass man dabei ist bei diesem letzten Weg. Und mit der Überzeugung das es für die Tiere wenig Stress bedeutet. Da sie wieder direkt vor der Metzg im ihnen vertrauten Anhänger geschossen wurden. Und für uns und für euch gibt es wieder feines Fleisch, von Tieren wo man genau weiss wie Sie es in ihrem leben hatten - unserer Meinung nach ganz gut :)



Ebenfalls verlassen haben uns Tüpfel, die weiss-braun gefleckte Kuh (auf dem Foto mit ihrem Kalb Totti), sowie der Stier Twist. Wir hatten sie leihweise vom Nassberg in Villigen und sie mussten nun zurück, da wir bereits zu viel Blut von Twist in unserer Herde haben. Twist war ein toller Stier, immer ruhig und besonnen und hat auch für Ruhe in der Herde gesorgt. Tüpfel war mehr die skeptische Grossmutter. Hat gut und liebevoll zu allen geschaut aber wehe man kam mit einem Werkzeug oder sonst was, dass sie nicht kannte in den Stall oder auf die Weide... Sie trat dann sofort den geordneten Rückzug an und beobachtet alles genau aus dem Hintergrund. Schön das die beiden ein Zeit lang hier waren!




Es war sehr viel los in den letzten Wochen. So haben wir auch die Legehennen wieder hier auf dem Hof schlachten lassen. Die Legeleistung der Hühner war einfach so schlecht, dass es sich nicht mehr lohnte die Tier zu behalten. Wir haben und dann entschlossen es mit einer Zweinutzungsrasse zu versuchen und haben das erste mal junge Legehennen gekauft. Die Rasse heisst, zu Isabelle passend, COFFEE. Die 52 Hühner und 1 Güggel wurden auf einem Demeterhof aufgezogen und kamen nun zu uns. Die Brüder der Hühner wurden ebenfalls auf diesem Hof aufgezogen und nicht, wie die meisten aller Güggeli, direkt nach dem Schlüpfen vergast. Wenn man auf dem Hof Legehennen kauft, ist man verpflichtet ebenfalls das Fleisch der "Bruderhähne" zu kaufen. Das Eine gibt es nicht ohne das Andere. Deshalb könnt ihr bei uns im Moment auch sehr feines "Bruderhahn-Fleisch" kaufen.

Die Hühner beginnen nun langsam mehr und mehr zu legen und wir hoffen dass wir die Tiere nun längere Zeit haben werden. Wir haben nun den Stall auch noch etwas ausgebaut, damit Sie etwas mehr Platz im trockenen und warmen haben.

Und wir haben ihnen Einstreunester gebaut, in welchen sie die Eier in eine dicke Schicht Dinkelspreu legen.


Wir sind im Moment wieder fleissig im Stall und begrüssen ein Kalb nach dem anderen. Braucht immer ein paar Nerven, aber es macht auch soviel Freude!


Jean, Sebi und Baba in Aktion








 


Ende April war Frank (über Caritas Bergeinsatz) eine Woche bei uns. Er hat sehr fleissig unsere Weide gepflegt. Viele Brombeeren und kleine Sträucher hat er gemäht und auf Haufen gelegt. Unsere Waldweide sieht schon viel besser und gepflegter aus wie vor einem Jahr. Herzlichen Dank Frank für deinen grossen Beitrag zu dieser schönen Weide.


In der zweiten Woche kamen Klaus und seine Tochter Metta auch über Caritas Bergeinsatz. Und gleichzeitig Silvans Familie; Eltern, Schwester, Gottemeitli und zeitweise der Schwager. Es wurde sehr viel erledigt - das ist eine grosse Erleichterung. Auch euch allen herzlichsten Dank!


Für die Ziegen wurde ein "Kämmstand" gebaut und alle unterdessen zottelig gewordenen Ziegen wurden gekämmt. Der Ziegenanhänger wurde geputzt und für die Weidesaison bereit gemacht. Vor der Werkstatt wurde ein neues Bödeli mit Geländer gemacht, auf den Weiden liegende Bäume wurden versägt und verräumt, alle ca. 20 Vogelhüsli wurden gereinigt und teilweise neu aufgehängt. Martina und Yvonne haben die ganze Woche für leckeres Essen und eine aufgeräumte Küche gesorgt. Silvan und Rochus haben die Tiere versorgt, Mist ausgebracht und unsere Wiesen und Weiden geeggt. Die letzten Äste der geschnittenen Bäume wurden aufgelesen, ein umgekippter Obstbaum wurde gerichtet, das Tränkefass wurde für unsere Zebus tiefer gelegt, die Steine in den Agroforstreihen wurden aufgelesen, viel Wäsche wurde gewaschen und versorgt, Metta hat die Hühner versorgt, die Hühner bekamen weitere Unterstände. Wahrscheinlich habe ich noch einiges vergessen...


Bis gestern war Noemie eine Woche da (ebenfalls über Caritas Bergeinsatz), sie hat uns im Haus und ums Haus geholfen und vor allem zu Lissis grosser Freude Lissi gehütet als ich am Mittwoch wegen einem Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus musste. Danke Noemie, deine Hilfe war diese Woche eine grosse Erleichterung.


Und auch Rochus ist uns weiterhin eine grosse Hilfe. Er ist da um uns zu unterstützen und Silvan mit der Stallarbeit zu entlasten. Er hat uns auch ein paar Tage Auszeit ermöglicht. Vielen lieben Danke Rochus!







 
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